Isabel Allende gehört zu den bekanntesten und
erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart. Nun hat sich die
feministische Verfechterin des „magischen Realismus“ ausgerechnet die
Legende des Edel-Machos Zorro vorgenommen
Isabel Allende hat einflussreiche Verehrer. „Ich hoffe, Isabel bald mal wieder zu sehen“, sagte vor kurzem Antonio Banderas, Leinwand-Zorro-Held und so gewissermassen zum Vorbild geworden für die chilenische Erfolgsautorin, deren Romane sich bisher über 30 Millionen mal verkauft haben und deren neuestes Werk Zorro gerade in die Buchläden kommt, „Ich werde sie wie die Königin behandeln, die sie ist.“ Als ich Isabel die Anekdote erzähle, in einem Restaurant in der kalifornischen Universitätsstadt Berkeley, schaut Isabel Allende nur ruhig aus dem riesigen Fenster auf die San Francisco Bay. Sie schulde Antonio eine ganze Menge, meint sie und blickt mich mit ihren grossen dunkelbraunen Augen an, obwohl er bis heute nichts davon wisse: Er hätte sie aus einem tiefen Tal geholt, damals, als ihre Tochter Paula im Alter von 28 Jahren lang und elendig gestorben war. Sie hätte von ihm geträumt, eines Nachts, nachdem sie drei lange Jahre lang kein Wort mehr in sich gefunden hatte, unter ‚writers block’ litt. „Ich rollte Antonio in eine mexikanische Tortilla, übergoss ihn mit Guacomole und Salsa, und ass ihn auf mit Haut und Haaren“, freut sie sich, ohne übergrossen Humor in ihrer Stimme. „Danach konnte ich wieder schreiben.“