Was soll man erwarten von einem königlichen
Urlaubsort in Kalifornien? Rodeo Drive und Glitz und Glamour? Luxus und
Überfluss? Im Fall von Prinz Charles, bodenständiger Thronfolger des
englischen Königshauses, eher das Gegenteil – HRH liebt die Tomales Bay
in Kalifornien
Weilt der Prince of Wales an der kalifornischen Westküste kann er seinen königlichen Tross nicht schnell genug aus Beverly Hills rauskriegen – His Royal Highness zieht’s nach Inverness. Zugegeben, es mag am urschottischen Namen des Dorfes an der Tomales Bay liegen, dass er eine Herberge namens Manka’s den Peninsulas und den Beverly Wilshires vorzieht. Und es ist ja auch wahr, dass der ewige Nachfolger eine weniger artgerechte Haltung bevorzugt als seine glamourösen Artgenossen aus Monaco oder anderen schicken Adelssitzen. Zum einen mag es aber auch an drei Damen liegen, die schuld sind an der Vorliebe für das ungewöhnliche Reiseziel seiner Hoheit, drei Damen, die nicht nur dem bekannt berüchtigten Charles’schen Schönheitsideal recht nahe kommen, sondern die – alle Drei in ihrer eigenen Art – die amerikanische Küche und Restaurantkultur revolutioniert haben, und die alle Drei etwas mit der Tomales Bay zu tun haben – die Einen etwas mehr, die Dritte etwas weniger. Doch davon später.
Auf jeden Fall aber scheint sich der die Natur liebende Prinz in die Bucht von Tomales vernarrt zu haben, und da ist er bei weitem nicht allein. Wer die berühmte Highway One von San Francisco noch ein wenig weiter nach Norden nimmt, erreicht in einer knappen Autostunde die schmale Meereszunge, die sich über zwanzig Kilometer entlang des berüchtigten San Andreas Graben zwischen die Halbinsel von Point Reyes und dem Tomales Bay State Park schiebt. Nun kann man sich zurecht fragen, was einen veritablen Thronfolger Ersten Ranges an einen Ort ziehen mag, der sich auf einem der gefährlichsten Erdbebengraben in den USA befindet, zumal HRH nicht gerade bekannt ist für einen Risiko-affinen Lebenstil.